Grünfeldindisch - Ein positionelles Repertoire für Schwarz - Teil 3 

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  • Kapitel 1 - 4.Lg5  Closed
  • Kapitel 2 - 4.Sf3 Lg7 5.Lg5 Se4 6.Lf4  Closed
  • Kapitel 3 - 4.Sf3 Lg7 5.Lg5 Se4 6.Lh4  Closed
  • Kapitel 4 - 4.Lf4, Nebenvarianten  Closed
  • Kapitel 5 - 4.Lf4, 7.Tc1  Closed
  • Kapitel 6 - Fianchetto-Variante , 5.cxd5 Sxd5 6.e4  Closed
  • Kapitel 7 - Fianchetto-Variante, 5.cxd5 Sxd5 6.Sf3  Closed
  • Kapitel 8 - Fianchetto-Variante 5.Sf3  Closed
  • Kapitel 9 - 3.f3  Closed
  • Kapitel 10 - Nebenvarianten  Closed
  • Testaufgaben  Closed
  • 10.00 EUR






    Grünfeldindisch: Ein positionelles Repertoire für Schwarz - Teil 3

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    Im dritten und letzten Teil seiner Repertoiredatenbank "Grünfeldindisch: Ein positionelles Repertoire für Schwarz" befasst sich GM Mihail Marin mit verschiedenen wichtigen Systemen: Der Entwicklung des schwarzfeldrigen Läufers nach f4 und g5, der Fianchettovariante und dem modernen 3.f3!?. Zum Abschluss untersucht er eine Vielzahl selten gespielter Weißsysteme.

    Wie zuvor tendiert der Autor dazu, weniger bekannte und analysierte Varianten zu empfehlen, die aber allesamt eine solide positionelle Basis haben. 

    Und auch wie schon in seinen vorangegangenen Werken stellt GM Marin zunächst für das Verständnis der Eröffnung im Allgemeinen, und der in dieser Datenbank besprochenen Varianten im Speziellen, wichtige Bauernstrukturen vor. In diesem Teil widmet er sich der etwas zurückhaltenderen weißen Bauernformation d4 und e3.

    Struktur 6: Weiße Bauern auf d4 und e3

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    Diese Bauernstruktur ist nicht nur für die Grünfeldindische Verteidigung typisch, sondern kann auch in vielen Varianten der Slawischen Verteidigung entstehen.

    Der Autor erklärt die strategischen Implikationen der Struktur mit den folgenden Worten:

    Der im Grünfeldinder so typische Springertausch auf c3 stärkt zwar das weiße Zentrum, aber entlastet auch den Schwarzspieler, der angesichts des weißen Raumvorteils Schwierigkeiten mit der Koordination von vier Leichtfiguren hat. Aus diesem Grund verzichtet Weiß in vielen Varianten auf eine frühe Expansion im Zentrum. Schwarz steht in diesen Varianten zwar weniger unter Druck, muss aber dennoch schnell und entschieden im Zentrum vorgehen, um sich nicht in einer passiven Stellung ohne Gegenspiel wiederzufinden. Dabei stehen ihm in der Regel verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

    • vorläufiger Verzicht auf Bauernvorstöße, um stattdessen mit seinen Figuren Druck auszuüben
    • der typische Vorstoß e7-e5
    • oder der in diesen Varianten etwas weniger typische Vorstoß c7-c5 (manchmal sogar c6-c5)

    In der folgenden Partie wird die erste der drei Vorgehensweisen sehr wirksam angewandt.

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    Eröffnungstheorie

    In den folgenden zehn Kapiteln schließt GM Marin seine eröffnungstheoretische Analyse der Grünfeldindischen Verteidigung ab.

    Kapitel 1: 4.Lg5

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    Dieser Zug wurde in den letzten Jahren fast so populär wie die Abtauschsysteme oder die Russische Variante. Weiß entwickelt den Damenläufer auf ein natürliches Feld, und übt dabei indirekt Druck auf das schwarze Zentrum aus. GM Marins Empfehlung ist nun die Fortsetzung 4...Se4, gefolgt von dem bescheiden aussehenden Deckungszug 5...c6!?.

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    Im Laufe der Jahre hat sich das Nehmen auf c3 als Hauptfortsetzung etabliert. Allerdings erhält Weiß dadurch ein sehr stabiles Bauernzentrum. Ein neuerer Trend ist, den Bauern c4 zu nehmen und zu verteidigen. Der hier vorgestellte Deckungszug sieht etwas bescheiden aus, wurde aber nicht nur in älteren Partien Kortschnojs, sondern kürzlich auch von Vachier-Lagrave und Eljanov angewandt. Schwarz verzichtet zunächst auf kritische Entcheidungen im Kampf ums Zentrum. In vielen Varianten kommt ihm der Zug Da5 zugute. Eine weitere Option ist, mit dxc4 Gegenspiel einzuleiten.

    Kapitel 2: 4.Sf3 Lg7 5.Lg5 Se4 6.Lf4

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    Auch in Kapitel 2 empfiehlt der Autor den Zug 6...c6, der zu ähnlichen Stellungsbildern führt wie im ersten Kapitel. Das stabilisiert das Zentrum, und bereitet den thematischen Fesselungszug 7...Da5 vor. In dem folgenden Mittelspiel hat Schwarz gute Chancen. Darüber hinaus wird die alte Variante 6.cxd5 Sxg5 7.Sxg5 e6 analysiert, die nach 8...exd5 zu einer für Schwarz angenehmen Version der Karlsbader Bauernstruktur führt.

    Kapitel 3: 4.Sf3 Lg7 5.Lg5 Se4 6.Lh4

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    Das in Kapitel 3 untersuchte Abspiel ist den Vorangegangenen ebenfalls sehr ähnlich. Schwarz setzt auch hier mit 6...c6 und 7...Da5 fort. Im Gegensatz zu Kapitel 2 ist in der Folge das Manöver Se4-d6-f5, das bereits mehrfach von GM Pavel Eljanov angewandt wurde, sehr aussichtsreich. Schwarz droht, das Läuferpaar zu gewinnen, und damit ausgezeichnete Chancen im folgenden Mittelspiel und Endspiel zu erhalten, z.B. nach 6...c6 7.e3 Qa5 8.Qb3 dxc4 9.Bxc4 Nd6!

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    Der Springer deckt f7, greift den Läufer auf c4 an, und steht bereit, in der Folge den Läufer h4 zu jagen. Hier zeigt sich ein Nachteil des Läuferrückzugs nach h4, denn bei einem Läufer auf f4 wäre dieser Zug nicht möglich.

    Kapitel 4: 4.Lf4, Nebenvarianten

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    Dieser Zug übt weniger Druck auf die schwarze Stellung aus als 4.Lg5 oder 5.Lg5. Weiß entwickelt einfach seinen Läufer außerhalb der Bauernkette, und plant, c7-c5 mit dxc5 zu beantworten. Auch in dieser Variante empfiehlt GM Marin, nach 4.Lf4 Lg7 5.e3 mit 5...c6!? fortzusetzen, und schreibt dazu:

    Auf den ersten Blick erscheint dies wie eine für Weiß verbesserte Version der Schlechter-Variante in der Slawischen Verteidigung oder dem Fianchetto-System in der Slawischen Abtauschvariante. Der weiße Läufer steht aktiver als hinter der Bauernkette, und Weiß kann mit dem Tausch auf d5 warten, idealerweise bis Schwarz Sbd7 gezogen hat. Ganz so einseitig stellt sich diese Situation allerdings nicht dar. Der Läufer ist auf f4 auch verwundbar, so dass sich nach cxd5 das Zurücknehmen mit dem Springer anbietet. Außerdem hat Schwarz gelegentlich die Option dxc4 und Sd5.

    Nach 6.Sf3 0-0

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    ... hat Weiß die Wahl zwischen der Hauptfortsetzung 7.Tc1 und den weniger kritischen Nebenvarianten 7.cxd57.Be2, 7.h3 und 7.Qb3, die in Kapitel 4 allesamt untersucht werden.

    Kapitel 5: 4.Lf4 Lg7 5.e3 c6 6.Sf3 0-0 7.Tc1

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    Neben 7.Tc1 untersucht der Autor an dieser Stelle auch 7.Dc2, was zu sehr ähnlichen Stellungsbildern führt. Als Antwort auf beide Züge empfiehlt er 7...Le6, wonach Weiß zahlreiche Fortsetzungen zur Auswahl stehen. Diese werden in Kapitel 5 im Detail analysiert.

    Kapitel 6: Fianchetto-Variante mit 5.cxd5 Sxd5 6.e4

    Die Fianchetto-Variante, die durch die Entwicklung des weißen Königsläufers mit g2-g3 und Lg2 charakterisiert wird, ist besonders bei positionellen Spielern beliebt. Kapitel 6 befasst sich mit dem frühen Tausch auf d5, gefolgt von e2-e4. 

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    Hier empfiehlt GM Marin, von der Hauptfortsetzung 6...Sb6 mit 6...Sb4!? abzuweichen. Wie seine Analysen zeigen, erhält Schwarz damit ausgezeichnetes Figurenspiel. Eine wichtige Idee besteht darin, mit dem Springermanöver Sb8-d7-e5-c4-d6 einen nach d5 vorgerückten weißen Bauern zu blockieren, z.B. nach 7.d5 c6 8.a3 S4a6 9.Sc3 0-0 10.Sge2 cxd5 11.exd5 Sd7 12.0-0 Se5.

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    Sobald der Springer das Feld d6 erreicht, hat Schwarz in der Regel alle seine Eröffnungsprobleme gelöst.

    Kapitel 7: Fianchetto-Variante mit 5.cxd5 Sxd5 6.Sf3

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    Dies galt lange Zeit als Hauptvariante im Fianchetto-System. GM Marin empfiehlt nun, die Springer nach c6 und b6 zu entwickeln, anschließend jedoch nicht wie üblich mit 8...0-0 und 9...Te8 fortzusetzen, sondern sofort mit 8...e5 im Zentrum vorzugehen. Da die Theorie des Kapitels 7 sehr tief reicht, kommt der Schwarzspieler hier nicht umhin, einige Zugfolgen zu lernen. Dies ist den Aufwand aber wert, denn in der Folge erreicht Schwarz gute Stellungen gegen eines der wichtigsten Weißsysteme.

    Kapitel 8: Fianchetto-Variante mit 5.Sf3

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    Mit dieser Zugfolge wird Schwarz daran gehindert, frühzeitig mit e7-e5 Gegenspiel zu suchen. Stattdessen kann er allerdings mit 5...dxc4 den c-Bauern schlagen. Nach dem besten weißen Zug 6.Na3 empfiehlt der Autor die sofortige Rückgabe des Materials mit 6…c3!?, um ein Angriffsziel auf c3 zu erzeugen. Die kritische Stellung entsteht nach 7.bxc3 0-0 8.0-0 c5.

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    Weiß stehen nun viele Fortsetzungen zur Verfügung. GM Marin untersucht an dieser Stelle die Züge 9.Se59.Lb2, 9.Db3, 9.Tb1, 9.Sc4 und 9.e3. Das durchaus relevante 9.Te1 wird ebenfalls in den zahlreichen Zugumstellungen, die in der Folge möglich sind, analysiert. Die entstehenden Varianten sind komplex und zweischneidig, aber für Schwarz letztlich vollkommen zufriedenstellend.

    Kapitel 9: 3.f3

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    Dieser interessante Zug ist in den letzten Jahren auf höchstem Niveau sehr populär geworden. Wenn Schwarz nun im Grünfeld-Stil mit 3…d5 4.cxd5 Nxd5 5.e4 Nb6 6.Nc3 fortsetzt, bleibt ihm der sonst übliche Springertausch auf c3 verwehrt. Die resultierenden Stellungen sind sehr scharf und konkret, und passen nach Einschätzung des Autors nicht zu der Idee eines positionellen Grünfeld-Repertoires.

    Stattdessen empfiehlt er die provokative Fortsetzung 3...Sc6!?. Die daraus entstehenden Stellungstypen sehen der Sämisch-Variante in der Königsindischen Verteidigung ähnlich, bieten dem Schwarzspieler allerdings viele überraschende strategische und taktische Ressourcen, die ihm dort verwehrt sind.

    Kapitel 10: Nebenvarianten

    Zum Abschluss untersucht der Autor die weniger populären Varianten, die Weiß gegen die Grünfeldindische Verteidigung anwenden kann. Unter objektiven Gesichtspunkten sind sie nicht sonderlich gefährlich, und kaum eine von ihnen wird sehr häufig gespielt, aber dennoch sollte der Schwarzspieler wissen was er tut, wenn er mit ihnen konfrontiert wird. Kapitel 10 befasst sich mit den Zügen 4.Db3, 4.Da4, 4.h4, and 4.e3.

    Kostenlose Vorschau

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